
Der Stand-Alone Betrieb ist ideal, wenn Inhalte ohne Netzwerk, ohne CMS-Rollout und mit minimalem Betriebsaufwand ausgespielt werden sollen.
Für Content-Ersteller bedeutet das: Sie liefern fertige Medien aus, die nach dem Einstecken von USB-Stick oder Speicherkarte automatisch auf den internen Speicher übertragen und automatisch abgespielt werden.
Dieser Leitfaden zeigt praxisorientiert, wie Sie Content je nach Ziel und Umfeld in drei Funktionsmodi planen und produzieren: Plakat, Teilanimiert (Bildsequenzen) und Vollanimiert (Video).
Die drei Funktionsmodi: Welcher Content passt zu welchem Einsatz?
Im Stand-Alone Betrieb entscheidet nicht nur das Design, sondern vor allem die Auffassungsdauer (wie lange Menschen realistisch hinschauen) und die Informationsdichte (wie viel Inhalt pro Motiv). Nutzen Sie dafür diese drei Modi als Standard.
Plakat
Teilanimiert
Vollanimiert
„Plakat“ (20–60 Sekunden pro Inhalt)
Perfekt für: Wochenangebote, Speisekarten, Immobilienangebote, Aushänge/Informationen, Preislisten, Öffnungszeiten, Hinweise.
Wann einsetzen:
Viele Informationen, die bewusst gelesen werden sollen
Zielgruppe hat Zeit (Wartebereich, Kasse, Empfang, Schaufenster mit längerer Verweildauer)
Empfohlene Standzeit: 20–60 Sekunden pro Inhalt.
Best Practices:
Klare Raster, starke Typohierarchie, großzügige Abstände
Inhalte in Blöcke gliedern (z. B. „Top 3 Angebote“ statt 12 Positionen)
Kontrast und Schriftgrößen auf Distanz prüfen
Pro Plakat: ein Thema (z. B. „Mittagskarte“ oder „Immobilie A“)
Praxis-Tipp: Anstatt ein Motiv mit „zu viel“ Inhalten zu überladen, arbeiten Sie mit Serien: lieber 3 Plakate à 30 Sekunden als 1 Plakat mit Überfrachtung.
Plakat (20–60 Sekunden): Produktionsleitplanken
Pro Motiv ein Thema, klare Gliederung, starke Typohierarchie
Inhalte reduzieren oder in Serien aufteilen
Standzeit 30–60 Sekunden je Motiv (je nach Leselast)
Beispiel
- Ziel: 20 Sekunden Gesamt
- Abspieldauer: 5 Frames x 4 Sekunden = 20 Sekunden
- Einstellung in der Autoplay App: 4 Sekunden Wiedergabedauer je Frame
Einzelne Frames
Ergebnis "Plakat"
„Teilanimiert“ (Aufmerksamkeit + einfache Produktion)
Perfekt für: aufmerksamkeitsstarke, kurze Botschaften (Angebot, Benefit, CTA), wenn Video nicht gewünscht/ möglich ist.
Prinzip: Sie erstellen den Inhalt als Layer-Komposition und exportieren eine Bildsequenz. Die Animation entsteht durch die Abfolge der Frames.
Warum dieser Modus so gut skaliert:
Wartungsarm: Änderungen (Preis/Datum) sind schnell möglich
Standardisierbar: Templates + Sequenzen lassen sich über Standorte ausrollen
Stabil: klare Logik ohne komplexe Timings
Beispiel
- Ziel: 20 Sekunden Gesamt
- Abspieldauer: 20 Frames x 1 Sekunde = 20 Sekunden
- Anzahl Frames: 20 (1 je Sekunde Abspieldauer)
- Einstellung in der Autoplay App: 1 Sekunden Wiedergabedauer je Frame
Einzelne Frames
Ergebnis "Teilanimiert"
Teilanimiert umsetzen: Abspieldauer in der Autoplay App auf 1 Sekunde setzen
Für den Modus „Teil-animiert“ empfiehlt sich ein klarer Timing-Standard:
- Stellen Sie die Abspieldauer pro Medium/Slide in der Autoplay App auf 1 Sekunde.
Warum das in der Praxis so gut funktioniert:
Sie denken in „Frames“: jedes Bild = 1 Sekunde.
Die Standzeit steuern Sie nicht über komplizierte Timings, sondern über die Anzahl der Bilder.
Teilanimiert produzieren: Inhalt komplett designen
Der häufigste Fehler in der Produktion: Animation wird gebaut, bevor die Botschaft steht. Besser ist ein klarer Workflow:
Endmotiv definieren (Key Visual): Headline, Nutzen, Preis/Angebot, CTA, Absender.
Storyboard in 3–6 Zuständen: Welche Elemente erscheinen wann?
Hierarchie prüfen: Was muss in 1–2 Sekunden verstanden werden?
Praxisregeln für Screen-Content (für Profis kurz und hart):
Große Typo, hohe Kontraste, kurze Textstrecken.
Keine Flyer-Layouts: weniger Elemente, mehr Fokus.
Wiederholbare Templates nutzen (damit Filial-Updates später nicht eskalieren).
Teilanimiert ausgeben: Layer als Bildsequenz (Timing über Bildanzahl steuern)
Sie erstellen den Inhalt als Layer-Komposition und exportieren anschließend eine Bildsequenz. Die Animation entsteht durch die Abfolge der Frames.
Kernprinzip:
Anzeigedauer wird über die Anzahl identischer Bilder gesteuert.
Bei 1 Sekunde Abspieldauer gilt: 2 identische Bilder = 2 Sekunden Standzeit.
- Falls die Anzeigedauer verlangsamt werden soll, kann die Abspieldauer pro Frame einfach angepasst werden.
Ziel: Laufkundschaft soll ein Angebot sofort erfassen. Der Loop soll ruhig wirken, aber Aufmerksamkeit erzeugen.
Motiv-Inhalt (Endzustand):
Produktbild groß
Headline: „Wochenangebot“
Preis prominent
CTA: „Jetzt im Store entdecken“
Storyboard (Frames):
Basislayout (Produkt + Headline) – Standzeit 2 s
Preis erscheint/Highlight – Standzeit 2 s
CTA-Element erscheint (Pfeil/Button) – Standzeit 2 s
Gesamtszene bleibt stabil – Standzeit 1–2 s
So setzen Sie das als Bildsequenz um (1 Sekunde pro Bild):
Frame 01–02: Basislayout (2 Bilder = 2 s)
Frame 03–04: Preis-Highlight aktiv (2 s)
Frame 05–06: CTA eingeblendet (2 s)
Frame 07–08: Endzustand stabil (2 s)
Praxis-Tipp: Wenn der Preis „pulsieren“ soll, arbeiten Sie mit 2–3 Varianten (leicht unterschiedliche Helligkeit/Glow) und wiederholen diese kontrolliert. Weniger ist mehr.
Ziel: In kurzer Verweildauer (Eingang/Bestellbereich) sollen Gericht, Preis und Bestellhinweis klar sein.
Motiv-Inhalt (Endzustand):
Gerichtfoto groß
Titel: „Tagesgericht“
Gerichtname + 1 Benefit (z. B. „hausgemacht“)
Preis
CTA: „Jetzt bestellen“ / „Solange der Vorrat reicht“
Storyboard (Frames):
Gerichtfoto + Titel (2 s)
Gerichtname + Benefit blendet ein (2 s)
Preis blendet ein und wird kurz betont (2 s)
CTA blendet ein (2 s)
Bildsequenz (1 Sekunde pro Bild):
Frame 01–02: Foto + Titel
Frame 03–04: Name + Benefit
Frame 05–06: Preis sichtbar (ggf. 2 Varianten für sanften Fokus)
Frame 07–08: CTA sichtbar
„Vollanimiert“ als Best Practice für maximale Aufmerksamkeit
Perfekt für: maximale Aufmerksamkeit im peripheren Sehen, Image/Branding, Produktinszenierung, Kampagnen.
Prinzip: Sie produzieren animierte Videos, die als Loop laufen.
Warum das Best Practice ist:
Bewegung und Rhythmus erzeugen die höchste Stop-Rate
Video erlaubt saubere Übergänge, Timing, Dramaturgie
Ideal, um Nutzen/Story in wenigen Sekunden zu vermitteln
Best Practices:
Loop-fähig denken: Einstieg muss jederzeit funktionieren (kein „Titel am Anfang“)
Ohne Ton planen (Text/Einblendungen)
Ruhige, hochwertige Motion statt hektischer Effekte
Warum animierte Inhalte wesentlich mehr Aufmerksamkeit erzeugen
Digital Signage wird häufig „im Vorbeigehen“ wahrgenommen. Bewegung wirkt dabei als natürlicher Aufmerksamkeitsanker: Sie wird im peripheren Sehen schneller erkannt als statische Motive.
Wichtig ist: Es geht nicht um „viel Bewegung“, sondern um gezielte Animation, die die Botschaft verstärkt.
Preis- oder Vorteil-Highlight (kurzes Aufleuchten, Einblenden, Fokusrahmen)
CTA-Element (Pfeil, Button, „Jetzt entdecken“)
Produkt-/Gerätebild mit sanfter Bewegung (minimaler Zoom, weicher Wechsel)
Praxisregel: Eine Botschaft pro Sequenz. Wenn zu viele Elemente gleichzeitig animieren, sinkt die Lesbarkeit und der Eindruck wird unruhig.
Vollanimiert (Video): Produktionsleitplanken
6–12 Sekunden Loop als Startpunkt (je nach Botschaft)
Einstieg jederzeit verständlich, ohne Ton, klare Text-Overlays
Brand/Absender früh sichtbar
Ergebnis "Vollanimiert"
Checkliste für die Auslieferung
Modus gewählt: Plakat (30–60 s) / Teilanimiert (1 s Frames) / Vollanimiert (Video-Loop)
Sequenz/Loop getestet: Lesbarkeit aus Distanz, Rhythmus, keine hektischen Effekte
Dateinamen/Sortierung eindeutig (damit die Reihenfolge stabil bleibt)
Medium beschriftet + Versionsstand dokumentiert (für spätere Updates)
Fazit
Stand-Alone Content wird dann stark, wenn Sie den passenden Funktionsmodus wählen:
- Plakat für informationsreiche Inhalte mit langer Auffassungsdauer
- Teilanimiert für skalierbare Aufmerksamkeit mit Bildsequenzen
- Vollanimiert als Best Practice für maximale Wirkung im peripheren Sehen















