Display-Grundlagen: Bildschirmtypen, Größen und ihre Einsatzgebiete

Warum ist die Wahl des richtigen Displays so entscheidend?

Das Display ist das Herzstück jeder Digital Signage Lösung. Es entscheidet maßgeblich darüber, wie Ihre Botschaften wahrgenommen werden, wie aufmerksam Ihre Zielgruppe reagiert – und ob Ihre Digital Signage Investition nachhaltig erfolgreich ist. Für Wiederverkäufer und Endkunden ist es daher essenziell, die Unterschiede der verschiedenen Bildschirmtypen, ihre technischen Eigenschaften und die passenden Einsatzgebiete zu kennen.


Die wichtigsten Bildschirmtypen im Überblick

1. LCD (Liquid Crystal Display)

LCD-Displays sind der Standard im Digital Signage Bereich. Sie überzeugen durch eine große Auswahl an Größen, hohe Auflösungen und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

  • Vorteile:
    • Hohe Bildschärfe und Farbdarstellung
    • Geringer Energieverbrauch
    • Vielfältige Varianten (z. B. mit Touch, High Brightness, Outdoor-Tauglichkeit)
  • Nachteile:
    • Eingeschränkte Blickwinkel bei günstigen Modellen
    • Begrenzte Helligkeit im Vergleich zu LED
  • Typische Einsatzgebiete:
    • Indoor-Anwendungen: Kiosks, Info-Stelen, Menüboards, Meetingräume
    • Semi-Outdoor: Schaufenster (mit High-Brightness-LCDs)

2. LED (Light Emitting Diode)

LED-Displays bestehen aus selbstleuchtenden Dioden und sind besonders für große, auffällige Installationen geeignet.

  • Vorteile:
    • Extrem hohe Helligkeit, auch bei direkter Sonneneinstrahlung
    • Modulare Bauweise – beliebig große Flächen möglich
    • Lange Lebensdauer, robust und wetterfest
  • Nachteile:
    • Geringere Auflösung bei großem Betrachtungsabstand
    • Höhere Investitionskosten bei Fine-Pitch-LEDs
  • Typische Einsatzgebiete:
    • Outdoor-Werbeflächen, LED-Walls, Public Viewing
    • Großflächige Indoor-Installationen (z. B. Flughäfen, Messen, Sportarenen)

3. OLED (Organic Light Emitting Diode)

OLED-Displays sind der Premium-Standard für brillante Bildqualität und extravagantes Design.

  • Vorteile:
    • Perfektes Schwarz, höchste Kontraste
    • Sehr dünn, flexibel, auch für gebogene oder transparente Displays
    • Große Blickwinkelstabilität
  • Nachteile:
    • Teurer als LCD und LED
    • Nicht für Outdoor geeignet (empfindlich gegen Feuchtigkeit und UV-Licht)
  • Typische Einsatzgebiete:
    • Hochwertige Indoor-Installationen, Design-Lösungen, interaktive Anwendungen

4. MicroLED

MicroLED ist eine innovative Technologie, die die Vorteile von LED und OLED kombiniert.

  • Vorteile:
    • Sehr hohe Helligkeit, exzellenter Kontrast, keine Einbrenneffekte
    • Modular und langlebig
    • Extrem feine Auflösung möglich
  • Nachteile:
    • Noch sehr teuer, vorwiegend für High-End-Anwendungen
  • Typische Einsatzgebiete:
    • High-End-Retail, Luxus-Hotellerie, große Corporate Installationen

5. E-Paper (Electronic Paper)

E-Paper-Displays sind ideal für statische Inhalte, die selten aktualisiert werden müssen.

  • Vorteile:
    • Extrem niedriger Stromverbrauch
    • Beste Lesbarkeit bei Tageslicht
    • Papierähnliche Darstellung, sehr augenschonend
  • Nachteile:
    • Nur Schwarz-Weiß oder eingeschränkte Farben
    • Keine Animationen oder Videos möglich
  • Typische Einsatzgebiete:
    • Digitale Türschilder, Preisschilder, Fahrpläne, Infoanzeigen in Behörden und Kliniken

Displaygrößen und Formate – Worauf kommt es an?

Die Wahl der richtigen Größe ist entscheidend für Sichtbarkeit, Wirkung und Lesbarkeit. Sie hängt ab von:

  • Betrachtungsabstand: Je weiter das Publikum entfernt ist, desto größer sollte das Display sein.
  • Anwendungszweck: Für Detailinformationen (z. B. Touch-Kiosks) eignen sich kleinere, hochauflösende Displays. Für Werbung oder Information auf Distanz sind große Displays oder LED-Walls optimal.
  • Raumgröße und Platzverhältnisse: Berücksichtigen Sie architektonische Gegebenheiten und Sichtachsen.
  • Content-Typ: Videowalls eignen sich für bewegte Inhalte, kleine Displays für Text und Grafiken.

Richtwerte für die Displaygröße nach Betrachtungsabstand

BetrachtungsabstandEmpfohlene Displaygröße
0,5 – 1,5 m10 – 24 Zoll
1,5 – 3 m24 – 43 Zoll
3 – 5 m43 – 65 Zoll
5 – 10 m65 – 98 Zoll
> 10 m (LED-Wall)Modular, beliebige Größe

Praxis-Tipp: Für Touch-Anwendungen und interaktive Kiosks empfiehlt sich eine höhere Auflösung und Pixeldichte, da Nutzer sehr nah am Display arbeiten.


Wichtige technische Kriterien bei der Displayauswahl

1. Helligkeit (cd/m², Nits):

  • Indoor: 350–700 Nits
  • Semi-Outdoor (Schaufenster): 700–2.500 Nits
  • Outdoor: 2.500–7.000+ Nits

2. Auflösung:

  • Full HD (1920×1080): Standard für 32–55 Zoll
  • 4K Ultra HD (3840×2160): Für große Displays und Videowalls
  • LED-Walls: Pixel Pitch (Abstand zwischen den Pixeln) ist entscheidend

3. Betrachtungswinkel:

  • Für öffentliche Bereiche sind Displays mit weitem Betrachtungswinkel (178°) ideal.

4. Kontrast und Farbdarstellung:

  • Hoher Kontrast und natürliche Farben erhöhen die Lesbarkeit und die Wirkung Ihrer Inhalte.

5. Entspiegelung:

  • Besonders bei starkem Umgebungslicht oder Schaufenstern wichtig.

6. Robustheit:

  • Für den Outdoor-Einsatz sind IP-zertifizierte, vandalismussichere Gehäuse Pflicht.

Praxisbeispiele: Wie Unternehmen verschiedene Displaytypen einsetzen

Einzelhandel:
Schaufensterdisplays mit hoher Helligkeit und großem Format ziehen Passanten an. Im Ladeninneren sorgen kleinere Info-Stelen oder Kiosks für Beratung und Interaktion.

Gastronomie:
Digitale Menüboards über dem Tresen, oft als LCDs mit hoher Helligkeit, ermöglichen schnelle Preis- und Angebotsänderungen. Outdoor-Displays bewerben Aktionen schon vor dem Eingang.

Unternehmen & Verwaltung:
Empfangsdisplays (z. B. 43–55 Zoll), digitale Türschilder (E-Paper) und große Info-Wände für interne Kommunikation.

Gesundheitswesen:
Wartezimmer-TV mit LCD-Displays, Patientenaufrufsysteme, E-Paper für Raumbelegung und Infos.

Industrie:
Großformatige LED-Walls in Produktionshallen für Sicherheits- und Produktionsdaten, kleine Touch-Kiosks für Mitarbeiterschulungen.


Fehler, die Sie bei der Displaywahl vermeiden sollten

  • Zu kleine Displays für große Räume: Inhalte werden nicht wahrgenommen.
  • Zu geringe Helligkeit für Schaufenster oder Outdoor: Inhalte sind bei Sonnenlicht unlesbar.
  • Falsche Auflösung: Texte und Grafiken wirken unscharf, besonders bei naher Betrachtung.
  • Ungeeignete Technologie: OLED im Outdoor-Einsatz oder günstige Consumer-Displays im 24/7-Betrieb führen zu Ausfällen und Reklamationen.
  • Mangelnde Entspiegelung: Spiegelungen machen das Display unbrauchbar.

Tipps für Wiederverkäufer: So beraten Sie Ihre Kunden richtig

  • Bedarf und Einsatzort genau analysieren: Welche Inhalte werden gezeigt? Wer ist die Zielgruppe? Wie sind die Lichtverhältnisse?
  • Vergleichen Sie verschiedene Technologien: Präsentieren Sie Vor- und Nachteile anhand von Praxisbeispielen.
  • Bieten Sie Demo-Displays oder Teststellungen an: Kunden überzeugen sich am besten live von Qualität und Wirkung.
  • Kalkulieren Sie Folgekosten: Stromverbrauch, Wartung und Lebensdauer beeinflussen die Gesamtkosten.
  • Setzen Sie auf Markenqualität und Service: Gute Displays zahlen sich langfristig aus und reduzieren Reklamationen.

Zukunftstrends bei Displays für Digital Signage

  • MicroLED und flexible OLEDs: Neue Möglichkeiten für innovative, maßgeschneiderte Installationen.
  • Transparente Displays: Für Schaufenster, Showrooms und als interaktive Präsentationsflächen.
  • Energieeffizienz: Smarte Steuerung, automatische Helligkeitsanpassung und stromsparende Technologien gewinnen an Bedeutung.
  • Interaktive Displays: Touch, Gestensteuerung und Integration von Sensorik (z. B. für kontaktlose Anwendungen im Gesundheitswesen).

FAQ – Häufige Fragen zu Display-Grundlagen

Welche Displaytechnologie ist für Schaufenster am besten geeignet?
High-Brightness-LCDs (2.000+ Nits) oder Fine-Pitch-LEDs bieten beste Sichtbarkeit bei Tageslicht und brillante Farben.

Kann ich OLED-Displays im Außenbereich einsetzen?
Nein, OLED ist für Outdoor-Anwendungen nicht geeignet, da die maximale Helligkeit zu gering ist und die Technik empfindlich auf UV-Licht und Feuchtigkeit reagiert.

Wie wähle ich die richtige Displaygröße?
Richten Sie sich nach der typischen Betrachtungsentfernung und wählen Sie im Zweifel lieber eine Nummer größer für bessere Sichtbarkeit und Wirkung.

Was ist Pixel Pitch und warum ist er wichtig?
Pixel Pitch ist der Abstand zwischen zwei Pixeln bei LED-Displays. Je kleiner der Wert, desto höher die Auflösung und desto näher kann das Publikum am Display stehen.

Wie lange halten professionelle Digital Signage Displays?
Je nach Modell und Einsatzbereich 30.000 bis über 100.000 Betriebsstunden – das entspricht bis zu 10 Jahren Dauerbetrieb.


Fazit: Mit der richtigen Displaywahl zum Projekterfolg

Die Displaytechnologie und -größe bestimmen maßgeblich den Erfolg Ihres Digital Signage Projekts. Mit fundiertem Wissen zu den verschiedenen Technologien und einem klaren Blick auf die Anforderungen Ihrer Kunden können Sie sich als kompetenter Partner positionieren und langfristige Geschäftsbeziehungen aufbauen. Nutzen Sie die aktuellen Trends, beraten Sie individuell und setzen Sie auf Qualität – so schaffen Sie Mehrwert für Ihre Kunden und sichern sich nachhaltigen Erfolg im Digital Signage Markt.

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