
Warum ist Helligkeit ein zentrales Kriterium für Digital Signage?
Die Helligkeit eines Displays ist einer der wichtigsten Faktoren für die Sichtbarkeit, Lesbarkeit und Wirkung von Digital Signage – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Für Wiederverkäufer im Vertrieb ist es entscheidend, die Grundlagen der Helligkeit zu verstehen, um Kunden kompetent beraten und die passende Lösung für verschiedene Einsatzorte empfehlen zu können.
Was bedeutet Helligkeit bei Digital Signage Displays?
Definition: Candela, Nits und Lumen
Die Helligkeit eines Displays wird in der Regel in „Nits“ (cd/m², Candela pro Quadratmeter) angegeben. Je höher der Wert, desto heller das Display.
- Candela pro Quadratmeter (cd/m², Nit): Standardmaß für Displayhelligkeit. 1 Nit = 1 cd/m².
- Lumen: Wird meist für Projektoren und Leuchtmittel verwendet; für Displays ist Nit die relevante Einheit.
Typische Werte für Digital Signage Displays
| Displaytyp | Typische Helligkeit (Nits) |
|---|---|
| Büro-/Consumer-TV | 250 – 350 |
| Indoor Signage | 350 – 700 |
| Semi-Outdoor | 700 – 2.500 |
| Outdoor Signage | 2.500 – 7.000+ |
Warum ist Helligkeit so wichtig?
Sichtbarkeit bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen
Die Helligkeit des Displays bestimmt, wie gut Inhalte unter verschiedenen Umgebungsbedingungen sichtbar bleiben.
- Innenbereich: Künstliches Licht, Fenster, Spiegelungen – zu geringe Helligkeit führt zu schlechter Lesbarkeit.
- Schaufenster & Semi-Outdoor: Hohe Umgebungshelligkeit durch Sonnenlicht – Displays müssen deutlich heller sein.
- Außenbereich: Direktes Sonnenlicht, wechselnde Wetterbedingungen – nur sehr helle Displays bleiben jederzeit sichtbar.
Einfluss auf Wahrnehmung und Werbewirkung
Ein zu dunkles Display wird schnell übersehen, wirkt unprofessionell und kann die Markenbotschaft verwässern. Helle, kontrastreiche Displays ziehen Aufmerksamkeit auf sich, sorgen für eine bessere Lesbarkeit und steigern die Werbewirkung signifikant.
Wie wird Helligkeit gemessen?
Nits als Standardmaß
Für Digital Signage ist der Wert in Nits (cd/m²) entscheidend.
- Messung: Die maximale Lichtstärke der Displayoberfläche wird mit einem Messgerät (Luminanzmessgerät) erfasst.
- Relevanz: Der Wert gibt an, wie viel Licht das Display pro Quadratmeter abstrahlt.
Helligkeit ≠ Bildqualität
Eine hohe Helligkeit allein garantiert keine gute Bildqualität. Auch Kontrast, Farbdarstellung und Entspiegelung sind entscheidend für die Gesamtwirkung.
Anforderungen an die Helligkeit: Praxisbeispiele
Indoor-Displays
Für den Einsatz in Büros, Geschäften oder Wartebereichen reichen meist Werte zwischen 350 und 700 Nits aus.
- Beispiel: Menüboard im Café, Info-Display in der Arztpraxis.
Semi-Outdoor-Displays
Displays in Schaufenstern, Passagen oder Eingangsbereichen benötigen je nach Lichtverhältnissen 700 bis 2.500 Nits.
- Beispiel: Werbedisplay im sonnigen Schaufenster, Infoboard im Bahnhofseingang.
Outdoor-Displays
Für den Außeneinsatz – insbesondere bei direktem Sonnenlicht – sind Helligkeiten von 2.500 bis über 7.000 Nits erforderlich.
- Beispiel: Digitale Werbestele am Bahnhofsvorplatz, LED-Wall an der Fassade.
Welche Faktoren beeinflussen die optimale Helligkeit eines Digital Signage Displays?
Die erforderliche Helligkeit eines Displays hängt nicht nur vom Gerät selbst, sondern maßgeblich von den Umgebungsbedingungen und der konkreten Nutzungssituation ab. Für eine fundierte Beratung im Vertrieb ist es wichtig, diese Einflussfaktoren zu kennen und gezielt zu berücksichtigen.
Standort und Ausrichtung
Innenbereich:
- Räume mit wenig natürlichem Licht benötigen geringere Helligkeit.
- In der Nähe von Fenstern oder unter starken Deckenleuchten kann mehr Helligkeit nötig sein.
Schaufenster/Semi-Outdoor:
- Displays, die auf sonnige Straßen oder Plätze zeigen, müssen deutlich heller sein als solche in schattigen Passagen.
- Die Himmelsrichtung (Südseite = mehr Sonne) und die Neigung des Displays beeinflussen die Lichtbelastung.
Außenbereich:
- Direktes Sonnenlicht, wechselnde Wetterbedingungen und Reflexionen durch Glas oder Fassaden erfordern maximale Helligkeit.
Tageszeit und Wetter
- Morgens/Abends: Geringere Umgebungshelligkeit, weniger Helligkeit notwendig.
- Mittags/Sommer: Maximale Sonneneinstrahlung, höchste Anforderungen an die Displayhelligkeit.
- Wolken, Regen, Winter: Weniger Licht, aber Reflexionen durch Wasser oder Schnee können dennoch die Sichtbarkeit beeinträchtigen.
Praxis-Tipp:
Displays sollten für die hellste zu erwartende Situation ausgelegt werden, um auch unter Extrembedingungen gut sichtbar zu bleiben.
Entspiegelung und Kontrast
Entspiegelte Oberflächen und hoher Kontrast sind wichtige Ergänzungen zur Helligkeit:
- Entspiegelung reduziert störende Reflexionen, die Inhalte unleserlich machen können.
- Hoher Kontrast (Verhältnis zwischen hellstem Weiß und dunkelstem Schwarz) sorgt dafür, dass Inhalte auch bei starker Umgebungshelligkeit klar erkennbar bleiben.
Automatische Helligkeitsregelung
Moderne Digital Signage Displays verfügen häufig über integrierte Lichtsensoren, die die Helligkeit automatisch an die Umgebungsbedingungen anpassen.
Vorteile:
- Optimale Sichtbarkeit zu jeder Tageszeit
- Energieeinsparung bei geringer Umgebungshelligkeit
- Längere Lebensdauer der Hintergrundbeleuchtung
- Vermeidung von Blendung bei Dunkelheit
Empfehlung für den Vertrieb:
Weisen Sie Kunden auf die Vorteile automatischer Helligkeitsregelung hin – sie erhöhen Komfort, sparen Stromkosten und schützen die Hardware.
Temperaturmanagement
Sehr helle Displays erzeugen hohe Abwärme, insbesondere im Outdoor-Bereich.
- Professionelle Digital Signage Systeme verfügen über spezielle Kühlsysteme, um Überhitzung und damit verbundene Ausfälle zu vermeiden.
- Auch die Lebensdauer der LEDs und Hintergrundbeleuchtung wird durch ein gutes Temperaturmanagement deutlich verlängert.
Technische Lösungen für maximale Helligkeit
- High-Brightness-LEDs: Speziell entwickelte LEDs ermöglichen Helligkeiten von 2.500 bis 7.000 Nits und mehr.
- Optische Bonding-Verfahren: Verbinden Display und Deckglas, reduzieren interne Reflexionen und steigern die Lichtausbeute.
- UV- und Witterungsschutz: Für Outdoor-Displays sind spezielle Filter und Gehäuse notwendig, um die Technik vor Sonnenstrahlung und Umwelteinflüssen zu schützen.
Argumentationshilfen für den Vertrieb
1. Sichtbarkeit bedeutet Umsatz:
Ein nicht sichtbares Display verfehlt seinen Zweck – Investitionen in Helligkeit zahlen sich direkt durch höhere Aufmerksamkeit und Werbewirkung aus.
2. Zukunftssicherheit:
Displays mit ausreichender Helligkeit bleiben auch bei Standortwechsel oder geänderten Lichtverhältnissen nutzbar.
3. Energieeffizienz:
Moderne Displays mit automatischer Helligkeitsregelung verbrauchen nur so viel Strom wie nötig – das schont Umwelt und Budget.
4. Langlebigkeit:
Qualitativ hochwertige, helle Displays sind robuster, ausfallsicherer und bieten langfristig bessere Investitionssicherheit.
Häufige Fehler bei der Auswahl der Displayhelligkeit
Die Auswahl der falschen Helligkeit ist einer der häufigsten Stolpersteine bei Digital Signage Projekten. Folgende Fehler sollten Wiederverkäufer und ihre Kunden vermeiden:
Zu niedrige Helligkeit gewählt
- Das Display ist bei Tageslicht oder direkter Sonneneinstrahlung kaum lesbar.
- Die Werbewirkung bleibt aus, das Nutzererlebnis leidet.
- Nachrüstungen sind kostenintensiv und aufwändig.
Zu hohe Helligkeit für den Einsatzbereich
- Unnötig hohe Energiekosten und erhöhte Wärmeentwicklung.
- Verkürzte Lebensdauer der Hintergrundbeleuchtung/LEDs.
- Blendung und Unbehagen für Nutzer in dunklen Umgebungen.
Fehlende automatische Helligkeitsregelung
- Displays werden nachts oder bei wenig Licht zu hell betrieben.
- Unnötiger Stromverbrauch und vorzeitiger Verschleiß.
- Geringere Flexibilität bei wechselnden Lichtverhältnissen.
Keine Berücksichtigung von Entspiegelung und Kontrast
- Trotz hoher Helligkeit können Reflexionen oder schlechte Kontrastwerte die Lesbarkeit stark beeinträchtigen.
- Inhalte erscheinen „verwaschen“ oder sind nur aus bestimmten Blickwinkeln sichtbar.
Beratungsleitfaden: So finden Sie die passende Helligkeit
1. Analyse des Einsatzortes
- Indoor, Semi-Outdoor oder Outdoor?
- Welche Lichtverhältnisse herrschen zu den Hauptnutzungszeiten?
- Gibt es direkte Sonneneinstrahlung, Spiegelungen oder besondere Umgebungsbedingungen?
2. Ziel und Content des Displays
- Wird das Display für Werbung, Information oder Interaktion genutzt?
- Wie wichtig ist die Lesbarkeit aus der Entfernung?
- Sind feine Details, Videos oder große, plakative Inhalte geplant?
3. Auswahl der empfohlenen Helligkeit
| Einsatzbereich | Empfohlene Helligkeit (Nits) |
|---|---|
| Indoor (keine Fenster) | 350 – 500 |
| Indoor (mit Fenster) | 500 – 700 |
| Semi-Outdoor | 700 – 2.500 |
| Outdoor (Schatten) | 2.500 – 4.000 |
| Outdoor (Sonne) | 4.000 – 7.000+ |
4. Technische Ausstattung prüfen
- Verfügt das Display über automatische Helligkeitsregelung?
- Ist eine Entspiegelung vorhanden?
- Gibt es ein effizientes Temperaturmanagement?
5. Energieeffizienz und Nachhaltigkeit
- Wie hoch ist der Stromverbrauch bei maximaler Helligkeit?
- Wird die Helligkeit bei Bedarf automatisch reduziert?
- Wie wirkt sich die Helligkeit auf die Lebensdauer des Displays aus?
Checkliste für Wiederverkäufer: Die wichtigsten Punkte zur Helligkeit
- Einsatzort, Lichtverhältnisse und Ausrichtung analysiert
- Passende Helligkeit gemäß Empfehlungen ausgewählt
- Automatische Helligkeitsregelung berücksichtigt
- Entspiegelung und Kontrast geprüft
- Temperaturmanagement und Schutzfunktionen vorhanden
- Kunden über Energieverbrauch und Lebensdauer informiert
- Testbetrieb/Content-Vorschau bei kritischen Anwendungen empfohlen
FAQ – Häufige Fragen zur Helligkeit bei Digital Signage Displays
Wie viel Helligkeit benötige ich für ein Schaufensterdisplay?
Für Schaufensterdisplays, die direktem Sonnenlicht ausgesetzt sind, sollten mindestens 1.500–2.500 Nits, besser noch 3.000+ Nits gewählt werden. Für Nordseiten oder schattige Lagen reichen oft 700–1.500 Nits aus.
Warum reicht die Helligkeit eines normalen Fernsehers nicht für Digital Signage?
Consumer-TVs haben meist nur 250–350 Nits und sind für den Einsatz in hellen oder öffentlichen Bereichen ungeeignet. Sie wirken schnell „ausgewaschen“ und sind bei Tageslicht schwer ablesbar.
Kann ich die Helligkeit nachträglich erhöhen?
Nein, die maximale Helligkeit ist hardwareseitig festgelegt. Eine nachträgliche Erhöhung ist nicht möglich – daher ist die richtige Auswahl zum Projektstart entscheidend.
Wie wirkt sich die Helligkeit auf die Lebensdauer des Displays aus?
Je höher die Helligkeit dauerhaft betrieben wird, desto mehr wird die Hintergrundbeleuchtung bzw. die LEDs beansprucht. Automatische Regelung und bedarfsgerechte Nutzung verlängern die Lebensdauer.
Gibt es Displaytypen, die besonders hell sind?
Ja, spezielle High-Brightness-Displays und Outdoor-LED-Module sind für den Einsatz bei hoher Umgebungshelligkeit entwickelt und erreichen Werte von 2.500 bis über 7.000 Nits.
Fazit:
Die Wahl der richtigen Helligkeit ist für den Erfolg jedes Digital Signage Projekts entscheidend. Mit fundierter Beratung, klarem Blick auf die Einsatzbedingungen und dem richtigen technischen Know-how helfen Wiederverkäufer ihren Kunden, Sichtbarkeit, Werbewirkung und Investitionssicherheit optimal zu kombinieren.
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